Volkskrankheit Osteoporose
Zu spät erkannt - zu selten behandelt - Osteoporose ist eine Krankheit
ein Artikel von Dr. Hans-Detlef Giersch
- Was versteht man unter Osteoporose?
- Wer ist betroffen?
- Was sind die Folgen für die Betroffenen?
- Risikofaktoren
- Diagnostik
- Osteoporose ist kein unvermeidliches Altersschicksal
- Wie wird Osteoporose behandelt?
- Wer behandelt Osteoporose?
- Was kann ich selbst tun?
Wenn alle, Patienten, Ärzte, Krankenkassen und die Öffentlichkeit ihre Chancen im Kampf gegen die Osteoporose rechtzeitig und konsequent nutzen würden, wären schwere Schicksale und hohe Kosten vermeidbar.
Was versteht man unter Osteoporose?
Osteoporose ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der mehr Knochenmasse abgebaut als gebildet wird. Die Knochen werden porös und verlieren - über lange Zeit unbemerkt - an Substanz und Festigkeit. Es kann spontan zu Brüchen kommen, in manchen Fällen können das Heben einer schweren Tasche oder allein das Husten ausreichen.
Wirbelkörper, Oberschenkelhals und Unterarm sind typische Stellen für osteoporosebedingte Brüche.
Da bei jedem 5. Patienten innerhalb von zwölf Monaten nach dem ersten Bruch Folgebrüche auftreten, ist schnelles Handeln erforderlich.
Wer ist betroffen?
- ca. 6. Mio Erkrannte in Deutschland
- jede 3. Frau und jeder 4. Mann erkranken
- ca. 12% der über 50 jährigen sind betroffen
- nur ca. 40% der Erkrankten sind erkannt
- nur 35% oder 15% der Erkrankten hinreichend behandelt
Was sind die Folgen für die Betroffenen?
Wirbelkörperbrüche:
- ca. 220.000 neue Brüche / Jahr
- bei Frauen alle 3,5 min.,
- bei Männern alle 7,5 min.
Schenkelhalsbrüche:
- ca. 130.000 neue Brüche / Jahr
- 50% der Betroffenen bleiben dauerhaft beeinträchtigt
- 25% der Betroffenen brauchen dauerhaft Pflege
- Nur 25% der Betroffenen erlangen die volle Eigenständigkeit zurück
Risikofaktoren
- Rauchen
- Schenkelhalsbruch bei Vater oder Mutter
- Medikamentöse Therpie mit Kortison oder blutverdünnenden Medikamenten
- Organfunktionsstörungen in Leber, Niere, Darm oder Schilddrüse
- Handgelenksbruch bei Bagatelle
- Sturzneigung
- Immobilität
- Untergewicht
Diagnostik
- Anamnese: Abschätzen des Frakturrisikos (>20% Wahrschenilichkeit in den nächsten 10 Jahren einen Bruch zu erleiden)
- Klinische Tests: Aufstehtest, Balancetest
- Knochendichtemessung (DXA) an Wirbelsäule und linker Hüfte
Osteoporose ist kein unvermeidliches Altersschicksal
Medikamente können langfristig den Knochenabbau bremsen bzw. den Knochenaufbau sogar anregen. Daneben sind Bewegung und Muskelaktivität für stabile Knochen entscheidend.
Wie wird die Osteoporose behandelt?
Basistherapie: Medikamente die den Knochenaufbau fördern: Calcium und Vitamin D
spezifische Therapie: Medikamente, die den Knochenabbau stoppen
Wer behandelt die Osteoporose?
Spezialisierte Ärzte der Fachgruppen
- Allgemeinmedizin
- Innere Medizin
- Gynäkologie
- Urologie
- Orthopädie
Den Spezialisten erkennen Sie an der Bezeichnung Osteologe (DVO).
DVO:
Dachverband der osteologischen Gesellschaften Diagnostik und Therapie nach international anerkannten Leitlinien
Was kann ich selbst tun?
- Calciumreiche Ernährung
- Vermeiden von phosphathaltigen Lebensmitteln wie Fleisch, Cola, Süßigkeiten, diese sind Gegenspieler von Vitamin D
- Sturzvermeidung
- Häusliche Stolperfallen
- Regelmäßige Überprüfung der Sehkraft
- Körperliche Aktivität zur Kräftigung der Muskulatur
- Training und Erhalt von Koordinationsvermögen und Reaktionsfähigkeit
- Regelmäßige Aufenthalte im Freien (Sonne)
- Tragen von Hüftprotektoren bei Sturzneigung
Durch effektive Behandlung der Osteoporose werden Brüche verhindert:
60 % Bruchratensenkung im 1. Jahr!
Vermeiden von stationären und Rehaaufenthalten!
Erhalten und Verbessern von Lebensqualität, Leistungsvermögen und Selbständigkeit!
