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Geschlechtsorgane

 „Männer sind so verletzlich …“ - Aspekte der Männergesundheit

 

Ein Artikel von Thomas Ebert, Bernd Jürgen Schmitz-Dräger und Lothar Weißbach

 

 

Einleitung

Männer sind leistungsfähig, beruflich engagiert, immer unter Dampf! Und: Männer werden niemals krank! Das zumindest glauben viele und investieren in der Regel mehr Zeit und Geld in ihr Auto als in ihre Gesundheit. Die Quittung: eine mit sechs Jahren signifikant kürzere Lebenserwartung als Frauen. Dabei sind gerade die häufigsten Erkrankungen, die Männer heute bedrohen, heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Die kluge Vorausschau, die uns im Berufsleben auszeichnet, sollte nicht bei der eigenen Gesundheit, dem wichtigsten Kapital, enden. In das Fachgebiet des Urologen fallen die häufigsten bösartigen Erkrankungen des Mannes, aber auch die Störungen der Sexualität, die häufig die ersten Anzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind.

Die Erektionsstörung

Im Leben eines Mannes gibt es zwei entscheidende Augenblicke: Das erste Mal, wenn es bei zweiten Mal nicht klappt; das zweite Mal, wenn es beim ersten Mal nicht klappt. Ungern eingestanden, zählen Erektionsstörungen zu den häufigsten Beschwerden des Mannes über 50. Es gibt viele Faktoren, die eine Erektionsstörung bedingen. Durchblutungsstörungen aufgrund einer beginnenden Verengung der kleinen Blutgefäße der Schwellkörper ist der häufigste Grund. Die meisten Männer fühlen sich ansonsten vollkommen gesund, haben aber dennoch auch an den Herzkranzgefäßen bereits die ersten Anzeichen einer Minderdurchblutung. Die arteriell bedingte Erektionsstörung kann immer auch ein Vorbote eines zukünftigen Herzinfarktes sein. Um einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen, ist eine differenzierte Diagnostik mit Blut- und Ultraschalluntersuchungen erforderlich. Im Anfangsstadium sind solche Gefäßveränderungen reversibel. Durch geeignete Maßnahmen (Ernährung, Blutdruckregulierung, Medikamente) kann oft wieder ein „Normalzustand“ hergestellt werden.

Hormondefizite bei der Frau sind allseits bekannt. Auch bei uns Männern verringert sich die Menge des Testosterons im Blut mit zunehmendem Alter. Dies führt jedoch in wesentlich geringerem Ausmaß als bei der Frau zu Befindlichkeitsstörungen. Ein Testosteronmangel kann durch Blutuntersuchungen bestätigt und wenn nötig, medikamentös ausgeglichen werden. In diesen Fällen ist eine engmaschige Kontrolle der Prostata notwendig, da sie ein Testosteron-„gesteuertes“ Organ ist.

Erkrankungen der Prostata

Die Prostata (auch Vorsteherdrüse genannt) liegt direkt unterhalb der Harnblase und ummantelt die Harnröhre, die durch die Prostata verläuft. Durch die ab 30 einsetzende langsame gutartige Vergrößerung der Prostata kommt es zu einer zunehmenden Behinderung des Urinabflusses aus der Harnblase. Dadurch muss die Blasenmuskulatur zusätzliche Arbeit leisten. Dies führt zu einer Verdickung der Blasenwand und einem Verlust der muskulären Elastizität. Hierdurch ergeben sich Beschwerden wie erhöhter/ständiger Drang zum Wasserlassen, plötzliches, häufigeres und nächtliches Wasserlassen oder eine Abschwächung des Harnstrahls. Auch Kälte und/oder psychische Anspannung können solche Beschwerden verstärken, die zunächst meist kaum wahrgenommen werden, in späteren Stadien jedoch bis zu einem akuten Harnverhalt führen können.

Jeder zweite Mann muß im Verlaufe seines Lebens aus diesem Grund behandelt werden. Die meisten Verfahren zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung haben zum Ziel, das Volumen der Prostata zu verringern. Heutige Behandlungsmöglichkeiten reichen von der Gabe pflanzlicher Mittel über hormonähnlich wirkende Medikamente, „minimal-invasive“ Verfahren (z. B. Lasertherapie, Thermotherapie) bis zu verschiedenen operativen Verfahren. Je früher eine Behandlung begonnen wird, desto eher kann ein operativer Eingriff vermieden werden.

Die bösartige Veränderung der Prostata

Das Prostatakarzinom entsteht überwiegend bei Männern über 50. Der Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes überhaupt. Er kann bei rechtzeitiger Diagnose geheilt werden. Wichtig: Beschwerden treten erst in fortgeschrittenem Stadium auf, eine Heilung ist dann nicht mehr möglich.

Aus diesem Grund spielt die Früherkennung bei dieser Erkrankung eine ganz besondere Rolle. Eine Blutuntersuchung kann eine Früherkennung unterstützen: der PSA-Test. PSA bedeutet „Prostata-spezifisches Antigen“ und ist eine Substanz, die ausschließlich in der Vorsteherdrüse produziert wird und zu einem gewissen Teil in die Blutbahn gelangt. Bei Männern ohne Erkrankung der Prostata ist der Wert im Blut niedrig, bei gutartigen Vergrößerungen der Prostata befindet er sich meist im „Graubereich“, beim Vorliegen eines Prostatakarzinoms ist er deutlich erhöht. Die endgültige Diagnose wird mittels einer Gewebeentnahme gestellt, die ambulant unter Ultraschallkontrolle erfolgen sollte. Die Tastuntersuchung der Prostata gehört zwar zu einer sorgfältigen Vorsorgeuntersuchung, ist jedoch, wie unzählige wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, ungeeignet für eine Früherkennung!

Die Wahrscheinlichkeit der Heilung bei dieser Erkrankung ist gut, wenn der Tumor früh genug erkannt wurde. Für die Behandlung stehen „minimal-invasive“ Verfahren oder offene Operationen, Hormon- oder Strahlentherapien zur Auswahl. Nicht jede Therapie ist für jeden Patienten gleichermaßen gut geeignet ist. Das Einholen einer Zweitmeinung vor der Therapie einer bösartigen Erkrankung wird empfohlen.

Erkrankungen des Hodens

Es überrascht, dass Männer in der Regel wenig über ihre Hoden wissen. Die meisten kennen aber die Bedrohung durch einen Hodentumor. Die Krankheit hat in den letzten Jahren ihren Schrecken verloren; die meisten Patienten überleben. Einer der Gründe hierfür ist die Selbstuntersuchung, die Männer bei sich vornehmen, indem sie ihre Hoden abtasten. Ist die ansonsten glatte Oberfläche höckerig, ist ein Hoden vergrößert oder nimmt seine Konsistenz zu, sollte man bereits nach wenigen Tagen den Arzt aufsuchen. Die Diagnose wird kurzfristig gestellt. Das Beispiel von Lance Armstrong hat vielen Patienten Mut gemacht. Seine Krankheitsgeschichte verdeutlicht, dass heute weit fortgeschrittene Tumoren mit Befall von Lymphknoten, Lunge und Gehirn durch eine sinnvolle Kombination von Medikamenten (Zytostatika) und durch zum Teil ausgedehnte Operationen geheilt werden können. Voraussetzung hierfür ist die gute Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen.

Hodentumoren sind selten; ebenso selten sind Entzündungen des Hodengewebes. Gefürchtet sind Viren, die sich über die Blutbahn ausbreiten und die – treten sie in der Pubertät auf – zu einer anhaltenden Störung der Zeugungsfähigkeit wegen schlechter Samenqualität führen können. Besonders die Mumpserreger zeigen eine Vorliebe für das Hodengewebe.

Demgegenüber sind Entzündungen des Nebenhodens, die durch Bakterien ausgelöst werden, viel häufiger. Beim jungen Mann werden sie durch Geschlechtsverkehr übertragen. Die Keime steigen dann von der Harnröhre in einen der beiden Nebenhoden auf. Dieser entzündet sich, schwillt an und der damit verbundene Schmerz führt zu einem „Schongang“. Der ältere Mann kann häufig die Harnblase nicht richtig entleeren, so dass Keime aus der hinteren Harnröhre in den Nebenhoden gelangen. Solche Entzündungen bleiben bei Jung wie Alt nicht immer ohne Folgen; sie führen zu einer schlechten Samenqualität, weil der Nebenhodengang verkleben kann, so dass die Samenzellen nicht mehr transportiert werden.

Immer mal wieder ist die Hodentemperatur Thema. Zu Recht, denn zuviel Wärme vertragen die Hoden nicht. Deshalb werden die Hoden kurz vor der Geburt des Jungen aus seiner Bauchhöhle in kühlere Regionen – den Hodensack – „vertrieben“. Dieser von der Natur erzwungene Weg gilt als wichtiges Reifezeichen des Neugeborenen. Bleibt er aus, muß der kleine Knabe erstmalig nachsitzen. Zwei Jahre bleiben dann Zeit, um die frühkindliche Hodenreifung mit ärztlich verordneten Hormonen nachzuholen. Viel Aufhebens wird um die Hodengröße gemacht. Sie ist nur ein grobes Maß für die intakte Samenzellbildung. In Mitteleuropa liegt das Hodenvolumen zwischen 12 und 17 ml. Wer es genau wissen will, der kann es mit Ultraschall oder durch eine spezielle Schublehre beim Urologen bestimmen lassen. 

Regelmäßige "Inspektion"

Viele Störungen der Männergesundheit liegen auf urologischem Gebiet. Viele Störungen sind vorhanden, auch wenn der betroffene Mann sich „vollkommen fit fühlt“. Früherkennung heißt, eine Erkrankung zu erkennen, bevor sie Beschwerden macht und vor allem, bevor sie zu einer Situation führt, in der mit „Verlusten“ zu rechnen ist. Krisenmanagement bei der eigenen Gesundheit kann durch eine regelmäßige „Inspektion“ weitgehend vermieden werden.

 

 

Die Autoren:

Prof. Dr. Thomas Ebert,
Urologe, 1. Vorsitzender MännerGesundheit e.V.

Prof. Dr. Bernd Schmitz-Dräger,
Urologe, Gründungsmitglied MännerGesundheit e.V.

Prof. Dr. med. Lothar Weißbach,
Urologe, Gründungsmitglied MännerGesundheit e.V. 

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MännerGesundheit e.V.

Der gemeinnützige Verein MännerGesundheit e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht das Gesundheitsbewusstsein von Männern - speziell hier in Franken - zu verbessern. Dazu wird alle 2 Jahre ein Männergesundheitstag in Nürnberg veranstaltet. Außerdem werden hier im Web umfangreiche Artikel zum Thema Männer- Gesundheit angeboten..

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