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Rat aus der Apotheke

zur pflanzlichen Behandlung von „Erkrankungen / Befindlichkeitsstörungen unterhalb des Bauchnabels“ – Möglichkeiten und Grenzen!

 

Ein Artikel von Margit Schlenk, Fachapothekerin der MoritzApotheke Nürnberg

 

 

Reizblase und Harninkontinenz, Dysurie

Diese für den Patienten sehr belastenden Blasenfunktionsstörungen, welche häufig sekundär bedingt sind (erschlaffte Blasenhaltebänder nach Schwangerschaften und erschlaffter Beckenboden führen zu Harninkontinenz), können unterstützend mit Phytotherapeutika gelindert werden . Nicht selten zeigt sich auch das Entstehen dysurischer Beschwerden und einer Reizblase, d.h. häufiger Harndrang mit Abgang nur geringer Harnmengen, durch das gewohnheitsmäßige Trinken von Blasen- u. Nierentees als Haustee. Dies sind Arzneitees, welche eine stimulierende Wirkung auf die Niere ausüben (erhöhte Nierendurchblutung mit nachfolgender Aquarese) und bei täglicher Anwendung einen gegenteiligen Effekt (Überreizung) auslösen können. Eine Abklärung im Beratungsgespräch ist anzuraten. Grundsätzlich sollen Arzneitees nicht als Haustees getrunken werden. Dies gilt ebenfalls für Kamille- und Pfefferminztee!

Besonders bewährt hat sich darüber hinaus die Kräftigung des Schliessmuskels durch Kürbissamenextrakte oder Kürbissamenöl, bei Männern kombiniert mit Sabalfruchtextrakt.

Urologie

Erkrankungen im Bereich der männlichen Geschlechtsorgane und Harnwege sind gewiss nicht leicht im alltäglichen Beratungsgespräch aktiv anzusprechen. Aber durch das Auslegen von Beratungsbroschüren, z. B. bei Inkontinenzprodukten in Freiwahlbereich (Tena for men®) kann sozusagen eine „stumme Beratung“ erfolgen.

Bei Vorlage eines entsprechenden Rezeptes (Proscar®) kann das Beratungsgespräch aber durchaus auf begleitende phytotherapeutische Maßnahmen gelenkt werden. Ist doch gerade die Phytotherapie als geeignete Begleittherapie zur ärztlichen Behandlung der Benignen Prostatahyperplasie (BPH) bis zum Stadium III nach Vahlensieck zu bezeichnen. Dies vor allem ob ihrer guten Verträglichkeit, welche für die notwendige Langzeitanwendung eine conditio sine qua non darstellt. Eine regelmäßige Kontrolle der PSA –Werte (prostataspezifisches Antigen) muss begleitend durch den behandelnden Arzt durchgeführt werden, um diesen Marker zur Differenzierung zum Prostata-Karzinom im Auge zu behalten.

Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

Die Ätiologie der BPH ist weiterhin durch verschiedene Hypothesen umschrieben, wobei ein multifaktorielles Geschehen angenommen werden muss. Diskutiert werden:

  • die Dihydrotestosteron-Hypothese
  • die SHGB-Theorie (sexualhormonbindendes Globulin)
  • die Androgen/Östrogen-Quotienten-Theorie
  • die Stammzell-Theorie
  • und die Wachstumsfaktor-Theorie (Lit. Wagner, Wiesenauer, Phytotherapie S. 206/207)

Der Therapieerfolg einer pflanzlichen BPH-Behandlung kann nach Wiesenauer erhöht werden durch einen Wechsel zwischen den Arzneidrogen nach monatelanger Anwendung eines Präparates. Die konservativ- phytotherapeutische Therapie der BPH kann die Adenomvergrößerung stoppen, oder zumindest die Geschwindigkeit der Vergrößerung verlangsamen. Parameter, wie die Miktionsstörung, die irritativen Beschwerden und die Kongestion (durch Entzündungsreize entstandene Blutfülle) verbessern sich, was wiederum immens die Lebensqualität des betroffenen Mannes erhöht. Weiter messbare Verbesserungen erzielt man mit der Phytotherapie beim Uroflow (Harnflussrate) und damit bei der Reduzierung der Restharnmenge.

Prostatitis-Syndrom

Hier spielt die Phytotherapie ihre Rolle als adjuvante Therapie zu einer notwendigen Antibiose bei einer akuten bakteriellen Infektion der männlichen Geschlechtsorgane. Die Gabe pflanzlicher Arzneizubereitungen ist hierbei entscheidend für einen raschen Heilungsverlauf und die vollständige Ausheilung der Beschwerdesymptomatik. Die Entzündung der Prostata steht hierbei im Vordergrund der Krankheitsentstehung, eine Keimbesiedlung erfolgt meist sekundär. Einer Chronifizierung muss entsprechend vorgebeugt werden. Es bleibt hierbei weiterhin eine Forschungsthematik, ob die chronisch-nichtbakterielle Protatitis ( CPPS = Chronic pelvic pain syndrom= Chronisches Beckenschmerz Syndrom) eine primäre Erkrankung der Prostata ist oder die Folge des abgelaufenen entzündlichen Prozesses.

Die Bedeutung dieses Beschwerdebildes sollte aber besser in den Beratungsfokus gerückt werden, denn nach der Benignen Prostatahyperplasie (BPH) stellt die CPPS die am meisten verbreitete Prostataerkrankung dar.

Die Symptome werden vom Patienten im Apotheken- Beratungsgespräch meist geschildert als akute Beschwerden beim Wasserlassen, ebenso werden diffuse Schmerzen im Dammbereich erwähnt.

Besonders zu beachten ist die häufig eintretende psychische Fixierung auf das Beschwerdebild. Gerade beim bettlägerigen älteren Mann findet man dies sehr häufig, so dass hier ein Einsatz psychotroper Phytopharmaka angezeigt sein kann.

Auch sollte, wie bei jeder bakteriellen Schleimhautaffektion probat, die Anwendung der „senfölhaltigen Phytoantibiotika“ Kapuzinerkressekraut und Meerrettichwurzel als adjuvante Basistherapie bei akuten entzündlichen Geschehen mit bakerieller Beteiligung empfohlen werden (Angocin Anti Infekt® Tbl. 3-3-3 initial, dann 2-2-2 über 3 Wochen nach dem Essen). Auch sollte, wie bei jeder bakteriellen Schleimhautaffektion probat, die Anwendung der „senfölhaltigen Phytoantibiotika“ Kapuzinerkressekraut und Meerrettichwurzel als adjuvante Basistherapie bei akuten entzündlichen Geschehen mit bakterieller Beteiligung empfohlen werden (Angocin Anti Infekt® Tbl. 3-3-3 initial, dann 2-2-2 über 3 Wochen nach dem Essen).

Potenzstörungen

Häufig angetroffen– selten angesprochen. Potenzstörungen stellen ein häufiges Problem des alternden Mannes dar (reduzierter Testosteronspiegel), stehen aber auch im Focus von verminderter Lebensqualität bei jüngeren Männern, welche z.B. die Nebenwirkungen „Potenzschwächung“ bei Therapie mit einem Antihypertensivum kennen lernen. Eine vertrauliche Beratung, gerade mit Phytotherapeutika, welche nicht den Nimbus der Lifestyle-Therapie für sich in Anspruch nehmen können und wollen (vgl. Levitra®, Cialis, ®Viagra), mag auf den ersten Blick diffizil erscheinen, doch gerade hier zeigt sich auch die soziale Kompetenz des Apothekers, diese Problematik überhaupt als existent zu erkennen und entsprechende dezente Beratungsangebote unterschwellig zurückhaltend anzubieten.

Im Graubereich des Internethandels wird eine schier unglaubliche Fülle an Hilfen, auch aus der Naturheilkunde angeboten („ das Marktvolumen ist riesig“) - der Hilfesuchende kann sich nicht ausreichend orientieren - der kompetente Rat aus der Apotheke wird angenommen werden! Eine zunehmende Thematisierung beim Arzt ist bereits erfolgt (Diagnose: Impotentia generandi et coeundi).

Die Grenzen der Phytopharmazie müssen jedoch eng angesetzt werden- es kann keine Substitution der Allopathie erfolgen, aber eine Unterstützung von Begleitsymptomatiken soll in Betracht gezogen werden und angeboten werden. Studienergebnisse liegen vornehmlich für zwei Arzneidrogen vor: Ginsengwurzel und Taigawurzel (phytotherapeutische Äquivalente). Eine Unterstützung kann mit durchblutungsförderndem Ginkgo-Extrakt und stimmungsaufhellendem Johanniskrautextrakt versucht werden.

Auch hier gilt die Maxime: Zu Risiken und Nebenwirkungen, aber auch zu unwirksamen Angeboten aus dem Internet befragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

 

Apothekerin Margit Schlenk, MoritzApotheke Nürnberg,
Fachapothekerin für Offizinpharmazie, Ernährungsberatung, Homöopathie und Naturheilverfahren, Dozentin für Phytotherapie, Autorin

Text entnommen aus dem Weiterbildungsband „Keller , Schlenk,Jorek: Phytotherapie und Naturheilkunde, erschienen im Deutschen ApothekerVerlag

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